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Die Vielfalt der Teleskope


Es gibt viele verschiedene Typen unter den Teleskopen. Vor rund 400 Jahren fing alles mit den einfachen Linsenteleskopen an. Mittlerweile gibt es Teleskope mit Spiegeln oder Mischformen, d.h. Spiegel und Linsen in einem System. Ich stelle mir öfters vor, wie weit die Astronomie heute wäre, wenn Leute wie Galilei oder Kopernikus Optiken wie Einsteigerteleskope zur Verfügung gehabt hätten.



Der Refraktor

Das klassische Linsenteleskop. Diese Teleskope sind mit einer oder mehreren Linsen ausgestattet. Refraktoren haben ihren Namen daher, weil sie Licht brechen. Einlinsige Refraktoren haben leider die Unart, das Licht so zu brechen, das der berühmte Farbfehler entsteht. Da nur eine Linse vorhanden ist, vermischen sich die unterschiedlichen Teile des Lichtspektrums so, das es bei hohen Vergrößerungen zu unschönen Farbsäumen kommt.

Joseff von Fraunhofer erfand daher den sog. Fraunhofer-Refraktor. Dieser arbeitet mit 2 Linsen, welche unterschiedliche Brechungseigenschaften besitzen. Diese heben zusammen den Farbfehler weitgehend auf (Stichwort Sekundäres Spektrum). Weiterhin wird der Farbfehler durch eine geeignete Kombination von Öffnung und Brennweite korrigiert (Öffnungsverhältnis). Umso kleiner die Brennweite, desto mehr wird der Fehler korrigiert. Bei dem FH-Objektiv ist eine der beiden Linsen aus einem besonderen Spezialglas, welches das Licht auf eine besondere Weise bricht und so den Fehler korrigiert. Diese farbreinen (apochromatischen) Objektive sind unter den Hobbyastronomen üblich. Teurere ED- oder Fluoridobjektive sind kaum erschwinglich, heben den Farbfehler fast gänzlich auf.



Der Reflektor bzw. das Spiegelteleskop (siehe Newton)

Anders als beim Refraktor gibt es bei Spiegelteleskopen keinerlei Farbfehler, denn das Licht wird reflektiert, und nicht gebrochen (abgesehen vom Okular, aber dort kann der Fehler nicht auftreten).



Das Newton-Teleskop

Durch den parabolisch geschliffenen Hauptspiegel wird das Licht zurückgeworfen. Da dieser parabolisch ist, entsteht im Tubus ein Brennpunkt, welcher kurz hinter dem Fangspiegel liegt. Dieser Spiegel lenkt das Licht in einem Winkel von 90 Grad aus dem Tubus heraus und durch den Weg des Okularauszuges wird mittels des Okulars ein farbreines und scharfes Bild wiedergegeben. Nachteil eines Newton-Spiegelteleskops ist eine leichte Abschattung aufgrund des Fangspiegels. Dieser Schönheitsfehler ist vernachlässigbar, denn das Licht wird im Schnitt um 5% reduziert. Ebenso leidet die Schärfe, was aber ebenfalls nicht erwähnenswert ist.



Katadioptrische Newtons

Diese Newtons sind ähnlich aufgebaut wie die oben beschriebenen Newtons. Jedoch befindet sich im Tubus eine Korrekturplatte aus Glas und im Okularauszug befindet sich eine brennweitenverkürzende Linse. Vorteil ist natürlich, das das System durch den verkürzten Tubus leichter zu handhaben ist. Jedoch ist gerade im unteren Preissegment die Glasplatte eher ein Störfaktor, wobei die Linse im OAZ den schönen Farbfehler produzieren kann. Von solchen Systemen ist meist abzuraten (gerade die billigen), da sie sich kaum bis gar nicht sinnvoll justieren lassen. Ein gutes Beispiel zur Erkennung ist ein 114/900mm Newton, der aber eine Tubuslänge von 500mm hat.



Schmidt-Cassegrain-Teleskope

Ähnlich dem katadioptrischem Newton ist vorne im Tubus eine korrigierende, hochwertige Schmidt-Platte eingebaut. Diese hält ebenfalls den Fangspiegel. Das Licht, welches durch die Schmidt-Platte auf den Hauptspiegel fällt, reflektiert der Fangspiegel, welcher das Licht gebündelt zurückwirft. Der Okularauszug befindet sich daher hinter dem Hauptspiegel, wo das Licht auf das Okular trifft.



Maksutov-Cassegrain-Teleskop

Das Maksutov-Cassegrain Teleskop hat anstatt einer Schmidt-Platte eine sphärische Linse, welche ebenfalls Abbildungsfehler "ausbügelt". Ähnlich dem Schmidt-Cassegrain-Teleskop wird das Licht vom Hauptspiegel reflektiert und hier auf eine Linse konzentriert, welche den Strahlengang wieder etwas aufweitet. Das Licht wird dann in den OAZ umgelenkt. Diese Teleskope sind aufgrund der hochwertigen Optik sehr geschätzt. Wie das Schmidt-Cassegrain-Teleskop ist die kompakte Bauweise ein großer Vorteil (die Brennweite wird quasi durch umlenken des Lichts in Z-Form verlängert, was qualitativ nicht zu merken ist).





Sicher gibt es noch weitere Teleskoparten, welche ich mir aber aufgrund der hier genannten "Üblichen" erspare. Anregungen, Vorschläge, Korrekturen etc. sind willkommen. Nutzen Sie dazu das Forum oder senden Sie mir eine eMail.

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